Fotos interessant gestalten

Tipps für gute Fotos


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Um gute Fotos zu machen und somit aus der Masse hervorzustechen muss man oft nur ein paar kleine Tipps beachten. Welche Tipps das sind erfährst du hier.


Tipp 1:
Sei zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Vor allem mitten am Tag ist es oft schwierig, ein gutes Foto zu schießen. Viele Sehenswürdigkeiten bzw. Fotomotive sind dann mit Leuten überfüllt und das helle Tageslicht sorgt auch nicht gerade für die schönste Lichtstimmung. Beide Probleme kannst du meistens einfach umgehen, indem du früh morgens oder Abends fotografierst. Dann sind weniger Leute unterwegs und das Licht des Sonnenaufgang/-untergang lässt jedes Motiv gleich viel interessanter wirken.

Leider lässt sich diese Regel nicht immer ganz leicht umsetzen. Ist man z.B. auf Reise, möchte man schließlich auch am Tag etwas sehen. Die nächsten Tipps helfen dir daher dabei, deine Fotos unabhängig der Tageszeit, interessant zu gestalten.


Tipp 2:
Vignettierung lenkt den Blick

Der ursprünglich eher zwangsläufige Effekt der Abdunklung eines Fotos zum Bildrand kann auch gut als Stilmittel benutzt werden. Die meisten Fotobearbeitungsprogramme wie z.B. Adobes Lightroom bieten dafür sogar extra eine Funktion. Vor allem bei Fotos, bei denen die Aufmerksamkeit in die Bildmitte gelenkt werden soll, kann eine Vignettierung sinnvoll sein.

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Tipp 3:
Die 2/3-Regel

Die 2/3-Regel gehört zu den „Grundregeln“ in der Fotografie. Vielleicht ist dir bereits aufgefallen, dass einige Kameras den Bildausschnitt durch Rasterlinien in neun gleichmäßig große Teile aufteilen. Bei Anwendung der 2/3-Regel wird das „zentrale Motiv“ (z.B. ein Tier, Mensch oder bestimmtes Objekt) nun auf einer der Schnittpunkte positioniert. Bei Landschaftsbildern ist es oft sinnvoll, den Horizont auf der oberen oder unteren Linie auszurichten.

Die 2/3-Regel ist eigentlich eine Anlehnung an den sogenannten Goldenen Schnitt. Dieser wirkt wirkt auf den Betrachter besonders interessant und harmonisch. Da er aber viel schwerer zu berechnen ist, hat man das Ganze etwas vereinfacht und die 2/3-Regel erfunden. 🙂


Tipp 4:
Fotografier doch mal schwarz-weiß

Obwohl die Farbe in Film und Fotografie schon vor vielen Jahren erfunden wurde, sieht man immer noch viele Fotos in schwarz-weiß. Warum? Weil es einfach gut aussieht! Vor allem komplexe Bilder können durch die „Wegnahme“ der Farbe für den Betrachter vereinfacht und die Fotos dadurch interessant gestaltet werden.

Schwarz-weiß-Fotos eignen sich aber auch gut für Fotos von Architektur und Städten, da Linien und Strukturen hierdurch stärker betont werden. Siehe dir hierzu auch einmal meinen Artikel „Kontrastreicher Look für Städtefotos“ an.


Tipp 5:
Spiel mit der Perspektive!

Die meisten Fotos zeigen Motive aus der Perspektive, aus der man sie meistens sieht: auf Augenhöhe. Viel interessanter sehen viele Motive aber aus, wenn man sie einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet.

Frosch aus der Froschperspektive: Dieses Foto entstand in einem Zoo. Der Frosch klebt an der Scheibe seines Terrariums, während sich die Kamera auf der anderen Seite der Scheibe befindet.

Die berühmten Petronas Towers in Kuala Lumpur wurden schon tausende Male fotografiert und fast jeder kennt die Silhouette der charakteristischen Zwillingstürme, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind. Eine viel unbekanntere –aber nicht weniger interessante– Perspektive ist die direkt vor den Türmen mit Blick nach oben.


Tipp 6:
Spiel mit dem Licht!

Wie bereits oben beschrieben ist die beste Tageszeit zum Fotografieren am frühen Morgen oder späten Abend, da das Licht hier einfach am interessantesten ist. Du kannst aber auch in der Nachbearbeitung etwas nachhelfen und das Foto interessant gestalten. Wenn du im RAW-Format fotografierst ist die einfachste Möglichkeit hierzu der Weißabgleich. Er kann in fast jedem Fotobearbeitungsprogramm (z.B. Lightroom) nachträglich geändert werden und dein Foto dadurch kälter oder wärmer wirken lassen.

Die folgenden Bilder aus Los Angeles wurden in der Nachbearbeitung nochmals einen Tick wärmer gemacht, um dem sonnigen „kalifornischen“ Gefühl noch mehr Stimmung zu verleihen:

Licht und Schatten hervorheben

Noch interessanter wird das Foto, wenn du deinem Bild an manchen Stellen warme und an anderen Stellen kalte Farben hinzufügst. In Lightroom kannst du das ganz einfach mit Verlaufsfiltern, Radialfiltern oder dem Pinsel machen.
Wichtig ist dabei, das Ganze nicht zu übertreiben und den natürlichen Lichteinfall lediglich künstlich zu unterstützen. Sonst sieht das Bild schnell unrealistisch oder sogar künstlich aus. Heißt: dunklere, schattigere Bildbereiche macht man etwas blauer/ dunklerer, während helle Bildbereiche durch gelbe/orange Farbe unterstützt werden können.

Wenn dir das zu kompliziert ist, bietet Lightroom mit der Funktion „Teiltonung“ eine gute Alternative. Hierüber kannst du den „Lichtern“ und „Schatten“ des Bildes einen zusätzlichen Farbton hinzufügen. Um die natürliche Lichtstimmung zu unterstützen fügt man den Lichtern also warme Töne wie gelb oder orange hinzu. Die Schatten erhalten hingegen kalte bläuliche Töne (siehe Bild).


Tipp 7:
Fotografiere in unterschiedlichen Formate

Auch wenn die Kamera oft standardmäßig nur in einem Format fotografiert, sollte man sich spätestens in der Nachbearbeitung noch einmal Gedanken darüber machen, welches Format für das geschossene Bild am besten geeignet ist. Für einige Motive kann beispielsweise auch ein quadratisches Format das Foto interessant gestalten. Für Landschaften eignen sich hingegen häufig eher horizontale Formate. Noch interessanter, aber auch etwas aufwändiger, sind Panorama-Aufnahmen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du relativ leicht ein Panoramafoto erstellen kannst.


Tipp 8:
Was für Fortgeschrittene: HDR-Aufnahmen

HDR(High Dynamic Range)-Aufnahmen sind sehr beliebt. Sogar viele Smartphones bieten heutzutage eine HDR-Funktion an. Dabei werden einfach mehrere Aufnahmen vom selben Motiv mit unterschiedlichen Belichtungen erzeugt. Durch das Zusammensetzen der unterschiedlichen Belichtungen erhält man ein Bild, das einen sehr hohen Dynamikumfang enthält. Das bedeutet, dass im Bild viele Informationen sowohl in den hellen, als auch in den dunklen Bildbereichen enthalten sind. Das ermöglicht sehr detailreiche Aufnahmen in schwierigen Lichtsituationen.

Um ein HDR-Foto zu erzeugen bieten einige Kameras dafür eine eigene Funktion an, die das HDR-Bild fast von alleine erzeugen.


Tipp 9:
Langzeitbelichtung wie ein Profi – nur einfacher

Langzeitbelichtung bedeutet (wie der Name schon sagt), dass das zu fotografierende Motiv für längere Zeit als üblich belichtet wird. Man hält also die Informationen von mehreren Sekunden (oder gar Minuten) auf einem Foto fest. Sich bewegendes Wasser oder Wolken können dadurch z.B. „glattgezogen“ werden. Dadurch sehen deine Fotos fast automatisch aus wie vom Profi-Fotografen. Leider benötigt das Erstellen einer Langzeitbelichtung allerdings auch etwas an Extra-Equipment (Graufilter, Stativ) und Know-How (Wie lange muss/darf ich belichten um den gewünschten Effekt zu erhalten?).

Langzeitbelichtung ohne Stativ und Filter!?

Das System, das ich hin und wieder benutze, nimmt dir diese Probleme aber komplett ab und erzielt trotzdem fast den selben Effekt. Statt eine lange Belichtung zu machen, machen ich einfach schnell hintereinander mehrere Aufnahmen des selben Motivs (Reihenaufnahmen). Ein Stativ ist dafür von Vorteil, aber nicht zwingend nötig. Mit dem richtigen Programm am Computer (ich benutze dafür Affinity Photo) setze ich bzw. das Programm die einzelnen Fotos anschließend zu einem Foto zusammen. Wie das Ganze genau funktioniert, erfährst du in meinem Video-Tutorial.

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