Tamron 70-300 Di VC USD | günstiges Tele-Objektiv im Test

Das Tamron 70-300mm gehört zu den beliebtesten Telezoom-Objektiven auf dem Markt und wird mit einem Preis von ungefähr 300€ auch oft als Preis-Leistungs-Sieger empfohlen.

Ich besitze das Objektiv jetzt schon seit ein paar Jahren und berichte in diesem Artikel über meine Erfahrungen und Meinung zu dem Objektiv.

Am besten schaust du dir einfach das Video von mir dazu auf YouTube an, ansonsten habe ich alles zum Nachlesen auch noch einmal in diesem Artikel zusammengefasst.

Mehr zum Thema „Tele-Objektive“, was das überhaupt ist und was man damit alles machen kann, erfährst du auf dieser Seite.


Design & Verarbeitung

Das Objektiv macht meiner Meinung nach durchaus einen guten und hochwertigen Eindruck. Wir haben hier zwar fast überall Plastik verbaut, das wirkt aber überhaupt nicht billig und am Objektivanschluss befindet sich sogar ein Metallbajonett. Mit weniger als 800 Gramm ist das Tamron 70-300mm im Vergleich zu anderen Tele-Zoom-Objektiven außerdem relativ leicht verbaut.

Vorne haben wir den Zoomring, der hier auch relativ groß ausfällt. Dadurch kann man schnell und leicht zwischen den 70-300mm Brennweite rein- und rauszoomen. Dahinter befindet sich der etwas kleinere manuelle Fokusring. Sowohl Zoom- als auch Fokusring sind außerdem gummiert und lassen sich dadurch auch beide angenehm leicht bedienen.

Ganz hinten befinden sich noch zwei Kippschalter. Mit dem einen kann man schnell zwischen Auto- und manuellem Fokus hin – und herschalten. Mit dem anderen aktiviert man den Bildstabilisator, der meiner Meinung nach zu den größten Features des Objektivs gehört.


Bildstabilisator VC (Vibration Compensation)

Eines der größten Probleme beim Fotografieren mit langen Brennweiten besteht darin, dass Fotos extrem anfällig für Verwacklungen werden. Das liegt zum einen daran, dass durch die lange Brennweite nicht mehr so viel Licht in das Objektiv fällt und somit längere Verschlusszeiten benutzt werden müssen. Außerdem wird der Abbildungsmaßstab stark vergrößert, wodurch bereits kleinste Bewegungen der Kamera zu starken Verwacklungen führe.

Einer der größten Helfer bei Tele-Objektiven ist deshalb ein Bildstabilisator. Auch das Tamron-Tele-Objektiv verfügt über solch einen Bildstabilisator, zu erkennen an dem Namensbeisatz VC, das hier für den von Tamron entwickelten „Vibration Compensation“ Mechanismus steht und laut Tamron eine bis zu 4 Blendenstufen längere Belichtungszeit ermöglicht.

Die Steuereinheit dieses im Objektiv eingebauten Bildstabilisators verfügt über zwei Bewegungs-Sensoren, die horizontale und vertikale Vibrationen erfassen und an den Mikroprozessor melden. Der berechnet einen Rotationswinkel und gibt entsprechende Steuerbefehle an die Antriebseinheit weiter, auf der sich drei elektromagnetische Spulen befinden. Davor liegt auf einem Kugellager eine bewegliche Linse. Kommt es nun zu Vibrationen, bewegen die magnetischen Spulen die Linse entgegen der Vibrationsrichtung.

Dieser Vorgang wiederholt sich ganze 4000-mal pro Sekunde und gleicht damit ständig minimale Vibrationen aus. Es sind zwar immer noch leichte Bewegungen zu sehen, sodass sich der Bildstabilisator zum Filmen nur bedingt eignet, aber beim Fotografieren ist er für verwacklungsfreie Bilder aus der Hand fast unverzichtbar und sorgt dafür, dass man das Stativ zum Fotografieren meistens auch unbesorgt zuhause lassen kann.


Fokussierung

Ein weiterer wichtiger Faktor bei jedem Objektiv ist die Fokussierung. Der Fokusring zum manuellen Fokussieren hat meiner Meinung nach auch einen sehr angenehmen Widerstand, ist also nicht zu feste oder schwammig, sodass man ziemlich präzise mit einem Finger fokussieren kann. Besonders schön finde ich auch, dass das Objektiv eine Fokusskala eingebaut hat. Somit weiß man im Zweifel immer, wo sich der Fokus befindet.

Möchte man nicht selbst fokussieren, kann man auch den Automatikmodus benutzen. Die Fokussierung wird dabei durch Hochfrequenzultraschallvibrationen gesteuert. Sie ist dadurch ziemlich leise und in den meisten Fällen auch relativ zuverlässig. Nur der allerschnellste ist er leider in manchen Situationen nicht gerade, sodass es für schnelle Sportaufnahmen nicht unbedingt geeignet ist. Wenn der Autofokus mal nicht so passt oder nicht mitkommt, kann man aber auch immer wieder über den Fokusring in den Autofokus eingreifen und die Fokussierung korrigieren.

Die kürzeste Einstellentfernung des Objektivs beträgt übrigens 1,50 m. Näher kann man mit der Kamera also nicht an ein Objekt herangehen um es scharf zu fotografieren. Als „Pseudo-Makroobjektiv“ ist das Tamron 70-300mm daher nicht so richtig gut geeignet. Tamron bietet dafür noch ein weiteres Objektiv (bei Amazon anschauen*) an, welches über einen Schalter eine kürzere Einstellgrenze erlaubt und somit auch für Makroaufnahmen besser geeignet ist. Dieses „Makro- und Tele“-Objektiv hat zwar keinen Bildstabilisator eingebaut, dafür kann man es aber auch schon für unter 100€ bekommen.


Bildqualität

Während viele Reise-zoom Objektive mit einem größeren Umfang an Brennweitenbereichen oft Probleme mit der Bildschärfe haben, überzeugt das Tamron 70-300mm mit ziemlich scharfen Bildern.

Ich habe das Tamron Tele-Objektiv bisher ausschließlich auf Kameras mit APSC-Sensor benutzt. Es kann aber auch auf auf Vollformat-Kameras benutzt werden. Wenn man in Zukunft also eventuell einmal von APSC auf eine teurere Vollformat-Kamera wechseln möchte, kann man das Tamron-Objektiv ohne Probleme weiter benutzen.

Diese eigentlich für Vollformat entwickelten Bauweise hat aber auch noch einen weiteren Vorteil: Objektive haben nämlich grundsätzlich die Eigenschaft, dass ihre Bildqualität was Schärfe, usw. angeht zum Bildrand hin abnimmt bzw. somit in der Bildmitte am besten ist. Da der kleinere APSC-Sensor nur die Bildmitte abbildet, sind vor allem die mit APSC-Kameras entstandene Bilder sehr scharf und weisen kaum chromatische Aberrationen oder Vignettierung auf.

Neun abgerundete Blendenlamellen sorgen außerdem dafür, dass man mit mit dem Tamron ein weiches und saubere Bokeh erzeugen kann, sodass sich das Objektiv z.B. auch super zur Aufnahme von Potraits eignet.

Über Reflektionsfehler oder Blendenflecken muss man sich übrigens auch keine großen Sorgen machen, weil Tamron dem Objektiv direkt eine Gegenlichtblende beilegt.

Mehr Beispielfotos vom Objektiv findest du übrigens im Artikel über meinen Besuch des Zoos in Singapur.


Fazit

Mit dem Tamron 70-300mm kann man zu dem Preis (bei Amazon anschauen*) eigentlich nichts falsch machen, wenn man auf der Suche nach einem Tele-Zoom-Objektiv ist. Man bekommt ein hochwertig gebautes Objektiv, einen brauchbaren Autofokus, einen sehr guten Bildstabilisator und sehr gute Bildqualität.

Nur wenn man mit dem Objektiv filmen oder auch Makro-Aufnahmen machen möchte, würde ich das Objektiv nicht unbedingt weiter empfehlen. Aber wenn man das Tamron 70-300mm für typische Telezoom-Szenarien wie z.B. zum Fotografieren von Tieren oder Portraits verwenden möchte, bekommt man zu dem Preis ein wirklich gutes Objektiv.


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