Das Herzstück der Photo Persona stellen die Ebenen dar. Man kann die Ebenen ein wenig mit den Overlays vergleichen, die wir bereit im Kapitel über die Develop Persona kennengelernt haben. Mit ihnen kannst du also z.B. ausgewählte Bereiche im Bild beeinflussen. Allerdings hat man mit den Ebenen noch deutlich mehr Kontrolle und Möglichkeiten. Mit ihrer Hilfe können wir unser Bild aus verschiedenen „Schichten“ aufeinander aufbauen. Einen Überblick über die Ebenen deines Dokuments, findest du standardmäßig auf der rechten Seite der Programmoberfläche, in dem sog. „Ebenen-Panel“ (siehe Grafik auf nächster Seite).

Wie funktionieren die Ebenen?

Wenn eine Ebene über einer anderen Ebene liegt, verdeckt diese Ebene grundsätzlich die darunter liegende Ebene. Also eigentlich genau so wie bei einem Stapel aus Papier, auf dem man von oben drauf blickt. Im Ebenen-Panel findest du einen Überblick über diesen „Stapel“. Dort wird das Ganze grafisch so dargestellt, als würdest du von der Seite auf diesen Stapel blicken. Die oberst liegende Ebene wird also ganz oben im Ebenen-Panel angezeigt, die darunter liegenden Ebenen in der entsprechenden Reihenfolge absteigend darunter.  Das Ergebnis des „Blickes von oben“, wird schließlich auf der „Leinwand“ (in der Mitte der Programmoberfläche) dargestellt – das ist das „finale“ Ergebnis, um das es letztlich geht.

Nun soll aber natürlich die ganz oben liegende Ebene, die darunter liegenden Ebenen i.d.R. nicht komplett verdecken. Dann würden die darunter liegenden Ebenen ja überhaupt keinen Einfluss mehr auf unser Bild haben und somit die komplette Funktionsweise der Ebenen ad absurdum führen.

Statt einem einfachen Stapel sauber aufeinander aufgestapelter DIN-A4-Blätter, stellt man sich die Arbeit mit den Ebenen daher besser wie eine kreative Bastelstunde vor: 

Mit der Hilfe von buntem Papier und einer Schere, können die Papierbögen durch kreatives Zuschneiden sinnvoll zu einem richtigen Kunstwerk übereinander angeordnet werden. Außerdem gibt es nicht nur einfache Papierbögen, sondern auch halbtransparente Folien, die darunter liegende Ebenen nur teilweise verdecken. Wie bei der bildlichen „Bastelstunde“ mit Papier und Schere, sind der kreativen Freiheit auch bei der Arbeit mit Ebenen eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Die wichtigsten Einstellungen an den einzelnen Ebenen kannst du direkt im Ebenenpanel vornehmen.

Ebenentypen

Es gibt verschiedene Typen von Ebenen.

Hier besteht die Ebene aus sichtbaren Pixeln. Mit Pixelebenen kannst du daher z.B. kreative Bildkompositionen erstellen. Typisches Beispiel einer Pixelebene: Nachdem du dein Foto in der Develop Persona entwickelt hast, findest du dieses Bild in der Photo Persona als Pixelebene wieder.

Bildebenen sind eine Sonderform der Pixelebenen, bei denen ein in Affinity Photo importiertes Bild zunächst seine ursprünglichen Werte (z.B. Abmessungen) beibehält. Wie du Bildebenen erhältst und weiterbearbeitest, erfährst du auf den nächsten Abschnitten.

Das ist eine ganz besondere Ebenenart, mit deren Hilfe du andere Ebenen „maskieren“ kannst. Mit anderen Worten kannst du mit Hilfe der Maskierungsebene, bestimmte Bereiche einer anderen Ebenenart teilweise oder ganz transparent werden lassen.

Anpassungsebenen alleine sind eigentlich gar nicht wirklich sichtbar. Erst in Zusammenarbeit mit anderen Ebenenarten erfüllen sie ihren Zweck, da sie das Aussehen anderer Ebenen „anpassen“ können. Das bedeutet, dass du mit ihrer Hilfe – ähnlich wie in der Develop Persona – z.B. Kontrast, Helligkeit, Sättigung und noch einiges mehr einstellen kannst. Die Anpassungen bieten somit eine ganze Vielzahl von Möglichkeiten.

Füllungsebenen können eine anpassbare farbige Füllung oder einen Farbverlauf enthalten. Das kann zum einen für effektvolle Bildkompositionen verwendet werden. Aber auch in Verbindung mit den verschiedenen Mischmodi lassen sich hierüber schnell tolle Fotoeffekte erzeugen.

Die Snapshot-Ebenen sind eine ziemlich spezielle Ebenenart, die der durchschnittliche Nutzer wahrscheinlich eher seltener benötigt. Mit ihrer Hilfe lassen sich aus einem sog. Snapshot Pixelebenen erstellen.

Vektorebenen haben die besondere Eigenschaft, dass sie „pixelunabhängig“ sind. Das heißt, sie arbeiten nicht mit fixen Pixelpunkten, sondern mit numerischen Werten. Das hat den Vorteil, dass Vektor-Ebenen verändert werden können, ohne dass gezackte Treppeneffekte durch „auseinander gezogene“ Pixel entstehen. Im Gegensatz zu Pixelelementen, verlieren Vektorebenen also keine Qualität, wenn ihre Größe nachträglich geändert wird. Vektorebenen entstehen z.B. beim Erstellen von geometrischen Formen, Linien oder Texten.

Hinzufügen von (Pixel-)Ebenen

Welche Schritte notwendig sind um eine neue Ebene zu erstellen, ist davon abhängig, um welche Ebenenart es sich dabei handelt. Schauen wir uns zunächst einmal die einfachste Ebenenart an: die Pixelebenen. 

Eine neue Pixelebene  kannst du über das Menü unter Ebene > Neue Ebene erstellen. Alternativ kannst du auch direkt den entsprechenden Button im Ebenen-Panel wählen (siehe obige Grafik des Ebenen-Panels).

Eine neue Pixelebene ist zunächst noch leer (enthält also noch keine Pixel). Mithilfe von Werkzeugen wie dem Malpinsel, kann die leere Ebene „mit Pixeln gefüllt werden“. Dafür muss einfach nur die neu erstellte Pixelebene im Ebenenpanel per Klick ausgewählt werden (wird dann blau hinterlegt) und kann dann auf der Leinwand mit dem gewünschten Werkzeug „angemalt“ werden. Die Pinselstriche werden dann auf der neuen Pixelebene erstellt. 

Natürlich kannst du auch Fotos oder andere Bilddateien als Pixelebenen in Affinity Photo importieren, um sie dann weiterzubearbeiten. Wie im letzten Kapitel über die Develop Persona bereits erläutert, passiert das z.B. automatisch, nachdem du eine RAW-Datei in der Develop Persona „entwickelt“ hast. Aber auch andere Bilddateien lassen sich natürlich importieren. Da die importierte Bilddatei aber unter Umständen nicht mit den Einstellungen deines Dokuments übereinstimmt, werden die importieren Bilder zunächst meist nicht als Pixelebene, sondern als Bildebene behandelt (siehe nächster Absatz).

Platzieren von Bildebenen

In der Bildbearbeitung möchte man häufig Bildelemente aus verschiedenen Fotos miteinander verbinden. Auf diese Weise kann man z.B. den Hintergrund eines langweiligen wolkenlosen Himmels durch einen dramatischeren Himmel eines anderen Fotos ersetzen. Sofern es sich bei deiner zu importierenden Bilddatei nicht um eine in der Develop Persona bearbeitete RAW-Datei handelt, werden die importierten Bilder zunächst als Bildebene behandelt. Warum das so ist und was der Unterschied zwischen Pixelebenen und Bildebenen ist, erfährst du gleich direkt im nächsten Abschnitt („Das Rastern von Bildebenen“). Schauen wir uns aber zunächst einmal an, wie genau du nun Bildebenen in Affinity Photo importierst.

Über die Menüleiste kann über den Befehl Datei > Platzieren eine neue Bilddatei in das Projekt importiert werden. Mit einem einfachen Klick auf die Leinwand, wird die Bilddatei dann mit ihrer nativen Größe in das Dokument platziert. Alternativ kann man die Größe und Position des importierten Bildes auch selbst kontrollieren, indem man es mit dem Cursor auf der Leinwand „aufzieht„. Wenn man es sich noch einfacher machen möchte oder sich den Befehl zum Platzieren nicht merken möchte, kann man Bilder auch einfach per Drag & Drop aus dem Explorer/ Finder in das Dokument ziehen.

Das Rastern von Bildebenen

Auch wenn es sich bei Bildern grundsätzlich um Pixelelemente handelt, werden diese nicht direkt als Pixelebenen, sondern in der Regel als „Bildebene“ in das Dokument platziert. Dabei werden die ursprünglichen Bilddaten (z.B. Bildauflösung, Farbraum, Farbprofil) zunächst beibehalten. Dadurch kann die Größe des importieren Bildes z.B. auch nach dem Importieren noch relativ flexibel geändert werden – zumindest innerhalb der maximalen originalen Auflösung. Das ist grundsätzlich eine ziemlich praktische Sache, da so zunächst alle ursprünglichen Informationen der Bilddatei im Hintergrund „verfügbar“ bleiben. Allerdings funktioniert das Ganze nur so lange, wie keine „pixelverändernden Maßnahmen“ durchgeführt werden müssen. Bei einigen Bearbeitungsschritten wie z.B. der Pinselbearbeitung, werden die Bildebenen daher automatisch „gerastert“. Das bedeutet, dass die Bildebenen in Pixelebenen umgewandelt werden. Bildauflösung, Farbraum, Farbprofil, etc. werden dann also von den Einstellungen und Eigenschaften deines Dokuments übernommen. Diese automatischen Rasterungen können über den Assistenten festgelegt werden (mehr dazu im Index unter dem Stichwort „Assistent“). Bei manchen anderen Bearbeitungsschritten, die eine Pixelebene voraussetzen, muss die Bildebene manuell vom Benutzer gerastert werden. Das geht ganz einfach mit einem Rechtsklick auf die Ebene und den Befehl Rastern. Das ist z.B. dann nötig, wenn Bereiche der Bildebene gelöscht werden sollen oder man das Restaurieren-Werkzeug anwenden möchte – also eigentlich immer dann, wenn Pixel in irgendeiner Weise verändert werden sollen. 

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